Wie aus einem Kredit ein Spekulationsobjekt wird
Im Jahr 2007 gab es eine weltweite Finanzkrise, die mit der Immobilienkrise in den USA, auch Subprime genannt, begann. Weltweit wurde auf Kredit an den Börsen spekuliert und die als sicher und solvent geltende Großbank Lehman Brothers brach im folgendem Jahr, auf dem Höhepunkt der Krise zusammen. Für die Krise in Griechenland wurden zu Beginn der Finanzkrise 2010 sogenannte CDS, Credit Default Swaps, also verbriefte Versicherungen auf Kredite, verantwortlich gemacht. Wie funktioniert dieses Finanzsystem, wie kann aus einem Kredit eine Geldanlage werden und wie kann ein Kredit an die Börse kommen?
Ein Kredit wird aufgenommen und ein Kredit wird vergeben
Die ersten Kreditnehmer in diesem System sind die Banken selber. Von der Zentralbank leihen Sie sich Geld für den Leitzins und können dann dieses Geld weiter verleihen, beispielsweise in Form eines Hypothekenkredites. Bei einem Hypothekenkredit wird im Gegenzug für die Hinterlegung des Haus und des Grundstücks ein Kredit vergeben. Dieser hat eine bestimmte Laufzeit und bestimmte Bedingungen, die sich von Fall zu Fall unterscheiden und auf die hier gar nicht weiter eingegangen werden soll. Wichtig ist für unser Beispiel nur, das der Zinssatz, den der Kreditnehmer zu zahlen hat, variabel ist.
Die Bank verbrieft den Kredit
Um das Kapital für die Vergabe von noch mehr Krediten zu schaffen, und um noch mehr Zinsen zu kassieren, haben die Banken die Kredite verbrieft. Hierbei wird das Kreditrisiko und die Zahlunsansprüche mitsamt Zinsen an Investoren - andere Banken, Fonds, Versicherungen und Privatanleger weiter gegeben. Dies geschieht in der Regel, in dem viele Kredite zu einer Gesellschaft zusammengefasst werden und dann als MBS, Mortage Backed Securitys, an die Anleger und Investoren verkauft werden. Diese Anlagepapiere sind unter anderem auch an der Börse handelbar. Das ist auch schon der halbe Weg, wie ein Kredit an die Börse findet. Neben diesen MBS sind auch die Aktien der Banken eine Art Verbriefung eines Kredites. Wenn Sie in Aktien einer Bank investieren, dann kaufen Sie einen Bruchteil des Unternehmens selber und nehmen somit in einem kleinem Rahmen an den Risiken dieser Kredite teil.
Die Kreditblase platzt
Was nun aber während der US - Subprime - Krise passiert ist, ist das die Mortage Backed Securitys ein zweites Mal verbrieft wurden. Durch die Bündelungen von schlecht bewerteten MBS in CDOs, also eine neue Zweckgesellschaft bzw neue Zweckgesellschaften mit dem Namen Collateralized Dept Obligation konnte eine gute Bewertung, ein AAA - Rating für eine Sammlung von faulen Krediten gesammelt werden. Da nun immer mehr Hypothekenkredite im Zuge großer Arbeitslosigkeit in den USA nicht zurück gezahlt werden konnten, musste das Ausfallrisiko durch die Investoren, welche CDO und MBS besaßen, in Form von höheren Zinsen an die Kreditnehmer weiter gegeben werden. Immer mehr der MBS wurden schlecht bewertet und immer mehr gut verzinste und mit AAA erstklassig bewertete CDOs wurden an alle Anleger von Hedgefonds bis zum Kleinanleger bei der Postbank verkauft. Dadurch, dass diese Anleger hohe Zinsen verlangen wollten und auch mussten, stiegen die Zinsen für Hypothekenkredite in den USA immer weiter. So vielen immer mehr dieser Kredite aus, immer weniger Kreditnehmer konnten nicht zurück zahlen. So nahm diese Krise Ihren Lauf und nicht nur Banken und Fonds haben viel Geld verloren, sondern eine weltweite
Finanzkrise nahm Ihren Anfang und an den Börsen herrschte ein riesiges Chaos.